Dank statt Schelte - Jamendo startet neue PR-Kampagne

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Jamendo-LogoStatt Post vom Anwalt gibt es bei Jamendo ab jetzt Post vom Anbieter - und zwar für jeden einzelnen Download. Und wer besonders fleissig runterlädt, bekommt auch noch weitere Werbematerialien zugeschickt.

Sylvain Zimmer, Jamendo-Gründer, hat Montag in einem Blog-Beitrag die neueste PR-Kampagne von Jamendo vorgestellt. Sie ist vor allem als Antwort auf die "abgestuften Reaktionen" auf illegale Downloads im Internet gedacht. Entsprechende Gesetze werden zur Zeit in ganz Europa diskutiert, Inhalt ist immer, dass im Endeffekt Urheberrechtsverletzern der Internetzugang komplett gesperrt werden soll, nachdem sie vorher verwarnt wurden.

Jamendo, vor allem im französisch-sprachigen Raum sehr aktiv, weisst besonders auf das sogenannte “Hadopi”-Gesetz hin. Dieses sieht vor, dass nach einem illegalen Download zunächst eine Warnmail gesendet wird, dann ein Brief und schließlich soll es sogar möglich sein, die Internetverbindung komplett zu kappen. Diskutiert wurde dies auch in Deutschland, zur Zeit sieht es aber so aus, dass ein komplettes Sperren des Internetzugangs gegen das Grundgesetz verstossen würde. Insofern ist zumindest dieses übertriebene Durchsetzen von Rechten hier erstmal wieder vom Tisch - nur für wie lange ist fraglich.

Jamendo beteiligt sich an den Diskussionen in Frankreich mit einem ironischen und doch ernst gemeinten Vorschlag: Downloader bekommen eine Mail, in denen ihnen von Jamendo gedankt wird.

Wo das Gesetz das Internet sperren will, bezahlen wir es euch. Jamendo will einfach beweisen, dass es eine ganze Menge talentierter Künstler gibt, die die Chancen ergreifen, die ihnen das Internet bietet und so innovative Einnahmequellen erschließen. Ihren ersten Fans sollte man danken statt sie zu bestrafen.

Jeder, der einen der 200.000 auf Jamendo verfügbaren Tracks herunterlädt, erhält eine Dankes-E-Mail, die ihn ermutigen soll, die Musik mit seinen Freunden zu teilen. Als zweiten Schritt, erhalten besonders aktive Downloader per Post ein “Komplizen-Kit” mit Stickers und Broschüren über Jamendo, um Jamendo-Künstler und freie Musik allgemein bekannter zu machen. Wen auch das nicht abschreckt und soweit geht, einen Betrieb davon zu überzeugen, den neulich gestarteten Service Jamendo PRO zu abonnieren und so ein “free culture spot” zu werden, dem erstattet Jamendo die Kosten für einen Monat seiner Internetverbindung.

Natürlich ist dies vor allem wieder Eigenwerbung für Jamendo, aber eine durchaus elegante, da sie Kritik an der aktuellen Poltik übt und so eben noch ein wenig mehr ist.

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