Kain Schwarz: GEMA hacken

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GEMA hackenSchon vor Wochen hatten wir hier eine Ankündigung zu einer Aktion von Kain Schwarz und bruder data gebracht. Kurze Zeit später dann auch ein Interview mit Kain geführt, aber blöderweise nie veröffentlicht. Mittlerweile hat bruder die gewünschten Unterstützer zusammen und erste Treffen gab es auch. Hier wäre es dann also. Das verlorene Interview. :)

Christian: Hi Kain, willst du dich unseren Lesern kurz vorstellen?

Kain: Mein Name ist Kain Schwarz. Ich habe einen Doktor in Philosophie und bin passionierter Musiker und Produzent. Ich schreibe Artikel für verschiedene Zeitungen und bin ein Mitglied der c-base und des P-Pack.

Christian: Wie bist du auf die Idee gekommen, die GEMA dazu zu bringen, CC-Lizenzen zu akzeptieren?

Kain: Das ist leicht zu erklären. Ich bin Musiker und spiele und komponiere gerne mit anderen Musikern zusammen.
Viele meiner musikalisch begabten Freunde haben allerdings einen Wahrnehmungsvertrag mit der GEMA abgeschlossen. Diese "Gesellschaft" gestattet ihren Mitgliedern nicht, ihre Werke unter eine Creative Commons Lizenz zu stellen. Für mich bedeutet das, daß ich mit keinem Musiker der Mitglied der GEMA ist komponieren und vor Allem veröffentlichen kann.
Das Problem ist das faktische Rechtewahrnehmungsmonopol der GEMA auf öffentliche Aufführung und mechanische Vervielfältigung von Werken der Musik und der Textdichtung.

Christian: Das ganze läuft unter dem Arbeitstitel "GEMA hacken". Willst du damit Nähe zur Hacker-Szene demonstrieren?

Kain: Sagen wir mal so;
Ein CC-Modul in der GEMA-schine wäre ein schöner Kultur-Hack, dadurch wäre für die freie Kultur schon eine Menge gewonnen. Ich hätte die Aktion aber auch "GEMA nach Hause" oder "GEMA hin wo der Pfeffer wächst" nennen können.
Den Spruch 'Gema hacken' habe ich mal auf einem Creative Commons T-Shirt im NewThinking Store gelesen und fand ihn super.

Christian: Die Aktion wird unter anderem auf Pledgebank beworben. Diese Plattform ist ja noch eher unbekannt. Wieso hast du diese gewählt und nicht z.B. eine ePetition gestartet? Die sind ja zur Zeit auch extrem beliebt.

Kain: Ich bin ein Befürworter der direkten Aktion. Den Marsch durch die Institutionen halte ich für Zeitverschwendung, denn nach meiner Auffassung ist der Staat seines Volkes überdrüssig... Oder war es umgekehrt? ;-)

Christian: Wie genau sieht dein Plan aus?

Kain: Ich unterstütze Danny Bruder bei seiner Pressekonferenz, zu der er die GEMA, Journalisten und Vertreter von Creative Commons Deutschland, sowie Musiker und Interessierte aus anderen Bereichen der Kultur einladen will.
Die GEMA behindert die künstlerische Freiheit ihrer eigenen Mitglieder und beschneidet auch deren Rechte als Urheber. Das muss der Öffentlichkeit, aber vor Allem auch den Mitgliedern selbst
klargemacht werden. Ich werde die GEMA wo ich nur kann immer wieder öffentlich an den Pranger stellen und deren Rolle als Kulturversager deutlich machen. Ich denke, dass eine ordentliche Aufklärungskampagne ihre Wirkung nicht verfehlen wird.

Christian: Und wie genau wollt ihr nun die GEMA hacken?

Kain: Ich glaube der Bruder hat sich für die Pressekonferenz ein paar Aktionen überlegt, die er mir aber nicht verraten hat.
Das wird bestimmt sehr lustig ;-)

Christian: Oh. Ich hatte gehofft, dass es schon konkretere Ideen gibt. Aber gut, wird sich schon zeigen, was er sich so einfallen lässt. :)

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Kommentare (4)

Habe da mal etwas von der GErmanischen MAfia gehört, sind das die Gleichen ?

als Content-Produzent - Feature Films / Music - würde ich ein Budget zur Piratenbeseitigung in den Produktionsetat einkalkulieren.

[Aufruf zu Gewalttaten entfernt - Musikpirat]

Deren Glück, das ich nix produziere...

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