Hadopi so gut wie umgesetzt - liberté, égalité, fraternité adé

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Hadopi
Bild: choisirtoujour
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Zugegeben, mit freier Musik hat das nicht wirklich viel zu tun, aber was in Frankreich mit HADOPI abgezogen wird, ist echt nicht mehr feierlich. Neben der Möglichkeit, ohne richterliche Prüfung vom Internet abgeschnitten zu werden, gibt es immerhin eine Möglichkeit, sich davor zu schützen: Die Installation einer Software, die permanent überwacht, was auf einem Rechner passiert. Das zumindest schreibt kNOw Future Inc. Als Quelle dient hierfür die Webseite der Nationalversammlung.

Art. L. 331-30 beschreibt, das Firmen die Sicherheitssoftware entwickeln zusammen mit ISPs, Rechteinhabern und Vereinigungen von Rechteinhabern wie SACEM (das franzöische Pendant der GEMA) eine Spezifikation entwickeln werden, die in Software umgesetzt Nutzer davor beschützt, gegen den Three-Strikes-Act zu verstossen. Eine entsprechende Liste zertifierter Sicherheitssoftware(!) wird dann veröffentlicht werden - regelmässige Überprüfung natürlich eingeschlossen.

Ob es "freie" Software-Lösungen geben wird, die diesen Kriterien entsprechend ist fraglich. Ebenso dürfte es schwierig werden, eine datenschutzverträgliche Lösung zu finden. Wird bei jedem Download die abgerufene URL an staatliche Server geschickt? Wird jeder Torrent registriert? Wird verschlüsselter Netzwerkverkehr verboten werden? Natürlich wurden bei der Diskussion des Gesetzes auch Fragen in dieser Richtung gestellt - die in bekannter Manier abgebügelt wurden, wie auch ein Antrag der Opposition, einen Datenschützer der CNIL bei Hadopi unterzubringen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz jetzt noch gestoppt wird ist somit noch unwahrscheinlicher geworden. Au revso

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Ein Kommentar

Und damit man nicht versehentlich nachgemachte Medikamente, Handtaschen, oder Windows-Software einkauft oder im Haus liegen hat, liefert die Industrie jetzt kostenlos einen Mitarbeiter, der im Schuppen übernachtet und jeden morgen im Haus hin- und herläuft und schaut, dass alles noch legal ist. NOT.

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